Sie suchen auf: {{ keyword }}

CE-Kennzeichnung: Der ultimative Leitfaden

Ferry Vermeulen Gesetzgebung

Dies ist der ultimative Leitfaden zur CE-Kennzeichnung für alle Importeure, Hersteller und Händler, die Produkte auf dem europäischen Markt verkaufen.

Eines sage ich Ihnen gleich vorneweg:

Ich werde hier nicht nur auf die am häufigsten gestellten Fragen zu CE-Kennzeichnung eingehen.

Ich werde Ihnen in diesem Artikel außerdem erklären, wie Sie die meisten Schritte des CE-Kennzeichnungsprozesses selbst durchführen können.

Wenn Sie sicherstellen möchten, dass Sie Ihre Produkte in Europa legal verkaufen können, werden Sie diesen Leitfaden sicherlich zu schätzen wissen.

Sie haben gerade keine Zeit, den ganzen Leitfaden zu lesen?

Kein Problem. Ich sende Ihnen ein Exemplar zu, so können Sie ihn lesen wann immer Sie Zeit dazu haben. Sagen Sie mir einfach, wohin ich ihn senden soll:

LADEN SIE SICH DEN ULTIMATIVEN LEITFADEN ZUR CE-KENNZEICHNUNG HERUNTER

CE marking

Was ist die CE-Kennzeichnung (das CE-Zeichen)?

Mit dem Symbol der CE-Kennzeichnung auf bestimmten Produkten dokumentiert der Hersteller, dass die betreffenden Produkte mit den einschlägigen europäischen Produktsicherheitsvorschriften übereinstimmen.

Was bedeutet die CE-Kennzeichnung?

Wenn ein Produkt eine CE-Kennzeichnung besitzt, bedeutet das, dass der Hersteller die Einhaltung der grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen gemäß den geltenden europäischen Richtlinien und Vorschriften überprüft hat.

Mit der Kennzeichnung des Produkts übernimmt der Hersteller die volle Verantwortung und Haftung für das betreffende Produkt.

Die CE-Kennzeichnung ist auf einer Vielzahl von im Europäischen Wirtschaftsraum gehandelten Produkten zu finden (der EWR besteht aus allen 28 EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein und Norwegen).

Die Buchstabenkombination CE steht für Conformité Européenne, was auf Deutsch so viel wie „europäische Konformität“ heißt.

CE-Zeichen

Ist die CE-Kennzeichnung verpflichtend vorgeschrieben?

Die CE-Kennzeichnung ist verpflichtend für alle Produkte vorgeschrieben, die unter eine der 25 CE-Richtlinien oder -Verordnungen fallen. Fällt ein Produkt nicht unter eine dieser Richtlinien oder Verordnungen, so ist das Anbringen der CE-Kennzeichnung verboten. In der Regel kommt es häufig vor, dass mehrere Richtlinien oder Verordnungen auf ein Produkt anwendbar sind. 

Sämtliche Informationen, die Sie benötigen, um festzustellen, ob eine Richtlinie oder Verordnung für ein bestimmtes Produkt gilt, finden Sie im Geltungsbereich und in den Definitionen der Richtlinie. Darüber hinaus sollten Sie auch die Ausnahmen überprüfen, die nicht unter die Richtlinie fallen, um herauszufinden, ob Ihr Produkt möglicherweise von der Richtlinie ausgenommen ist.

Welche Produkte benötigen eine CE-Kennzeichnung? 

Sämtliche Produkte, die in den Geltungsbereich der folgenden Richtlinien und Verordnungen fallen, benötigen eine CE-Kennzeichnung:

  • Richtlinie 2006/42/EG über Maschinen
  • Richtlinie 2000/14/EG über umweltbelastende Geräuschemissionen von zur Verwendung im Freien vorgesehenen Geräten und Maschinen
  • Richtlinie 2000/9/EG über Seilbahnen für den Personenverkehr
  • Richtlinie 2009/125/EG zur Schaffung eines Rahmens für die Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter Produkte
  • Richtlinie 2009/142/EG über Gasverbrauchseinrichtungen
  • Richtlinie 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug
  • Richtlinie 2011/65/EU zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten
  • Richtlinie 2013/29/EU über die Bereitstellung pyrotechnischer Gegenstände auf dem Markt
  • Richtlinie 92/42/EWG über die Wirkungsgrade von mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen beschickten neuen Warmwasserheizkesseln
  • Richtlinie 2014/28/EU über die Bereitstellung auf dem Markt und die Kontrolle von Explosivstoffen für zivile Zwecke
  • Richtlinie 2014/29/EU über die Bereitstellung einfacher Druckbehälter auf dem Markt
  • Richtlinie 2014/30/EU über die elektromagnetische Verträglichkeit
  • Richtlinie 2014/31/EU betreffend die Bereitstellung nichtselbsttätiger Waagen auf dem Markt
  • Richtlinie 2014/32/EU über die Bereitstellung von Messgeräten auf dem Markt
  • Richtlinie 2014/33/EU über Aufzüge und Sicherheitsbauteile für Aufzüge
  • Richtlinie 2014/34/EU für Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen
  • Richtlinie 2014/35/EU über die Bereitstellung elektrischer Betriebsmittel zur Verwendung innerhalb bestimmter Spannungsgrenzen auf dem Markt 
  • Richtlinie 2014/53/EU über die Bereitstellung von Funkanlagen auf dem Markt
  • Richtlinie 90/385/EWG über aktive implantierbare medizinische Geräte
  • Richtlinie 2013/53/EU über Sportboote und Wassermotorräder
  • Richtlinie 2014/68/EU über die Bereitstellung von Druckgeräten auf dem Markt
  • Richtlinie 98/79/EG über In-vitro-Diagnostika
  • Verordnung (EU) Nr. 305/2011 für die Vermarktung von Bauprodukten
  • Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte
  • Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstungen (PSA)

Für Produkte wie Arzneimittel, Chemikalien, Kosmetika und Nahrungsmittel ist keine CE-Kennzeichnung erforderlich.

Welche Vorteile hat die CE-Kennzeichnung?

Produkte, welche die Anforderungen der CE-Kennzeichnung erfüllen, profitieren von den folgenden Vorteilen:

Freier Warenverkehr

Wenn Ihr Produkt die Anforderungen der CE-Kennzeichnung erfüllt, kann sich das betreffende Produkt frei zwischen den Mitgliedstaaten bewegen. Die Mitgliedstaaten agieren gemeinsam als einzelner Markt (oder Binnenmarkt). Innerhalb dieses Binnenmarktes können konforme Produkte ohne Einschränkungen gehandelt werden. Somit dient die CE-Kennzeichnung als eine Art Reisepass für den europäischen Markt. 

Schutz der Gesundheit, Sicherheit und Umwelt auf höchstem Niveau 

Konforme Produkte schützen die Gesundheit, Sicherheit und Umwelt auf höchstem Niveau, da sie allen Anforderungen der europäischen Richtlinien entsprechen. Wenn ein Hersteller harmonisierte Normen anwendet, um die Anforderungen der Richtlinien zu erfüllen, berücksichtigt er damit die aktuellen, dem Stand der Technik entsprechenden Verfahren in Bezug auf Gesundheit, Sicherheit und Umweltschutz. Verbraucher und Anwender von mit CE-Kennzeichnung versehenen Produkten genießen ein gleichbleibend hohes Maß an Schutz. 

Welche Länder akzeptieren das CE-Zeichen? 

Die CE-Kennzeichnung beinhaltet im Wesentlichen eine Reihe von Regeln für bestimmte Produkte, die innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) vertrieben werden. Der EWR besteht aus allen 28 EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein und Norwegen.

Zu den EU-Ländern zählen:

  • Österreich
  • Belgien
  • Bulgarien
  • Kroatien
  • Zypern
  • Tschechische Republik
  • Dänemark
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Deutschland
  • Griechenland
  • Ungarn
  • Irland
  • Italien
  • Lettland
  • Litauen
  • Luxemburg
  • Malta
  • Niederlande
  • Polen
  • Portugal
  • Rumänien
  • Slowakei
  • Slowenien
  • Spanien
  • Schweden
  • Vereinigtes Königreich (bis 31. Oktober 2019)

Der EWR umfasst alle EU-Länder sowie zusätzlich Island, Liechtenstein und Norwegen. Damit sind sie Teil des EU-Binnenmarktes.

Alle diese Länder funktionieren als gemeinsamer Binnenmarkt, der den freien Verkehr von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Personen zwischen den Mitgliedstaaten ermöglicht.

Die Schweiz ist weder ein EU- noch ein EWR-Mitglied, aber dennoch Teil des Binnenmarktes. Das bedeutet, dass CE-Produkte auch in der Schweiz verkauft werden können. 

Die Türkei ist ebenfalls weder EU-Mitglied noch Teil des EWR. Da die Türkei allerdings die meisten der europäischen CE-Kennzeichnungsrichtlinien vollständig übernommen hat, bedeutet dies de facto, dass Produkte mit CE-Kennzeichnung auch in der Türkei frei verkauft werden können. 

Länder, die das CE-Zeichen akzeptieren

Länder, die das CE-Zeichen akzeptieren (Bild von csiassoc.com)

 

Welche Verantwortungen und Pflichten haben Hersteller, Importeure und Händler?

Die Person, die ein Produkt auf den europäischen Markt bringt, ist dafür verantwortlich, dass dieses Produkt den Anforderungen der Richtlinien und/oder Vorschriften zur CE-Kennzeichnung entspricht.

Um wen genau handelt es sich bei dieser Person?

Das kann der Hersteller, der Importeur oder auch der Händler sein. Alle drei können unterschiedliche Verantwortungsbereiche haben.

Ein Hersteller ist eine natürliche oder juristische Person, die ein Produkt unter ihrem eigenen Namen bzw. unter ihrer eigenen Marke auf den EU-Markt bringt, unabhängig davon, ob diese Person das Produkt selbst herstellt oder ein Produkt entwickeln und/oder herstellen lässt.

Die Hersteller müssen dafür sorgen, dass der CE-Kennzeichnungsprozess abgeschlossen wird, um sicherzustellen, dass ihr Produkt den einschlägigen europäischen Vorschriften entspricht.

Hersteller mit Sitz außerhalb der EU können einen bevollmächtigten Vertreter ernennen. Dies kann ein Importeur oder Händler sein.

Welche Verantwortung trägt der Importeur?

Importeure, die ein Produkt aus einem Land außerhalb der EU importieren, müssen vor dem Inverkehrbringen des Produkts sicherstellen, dass es den Anforderungen entspricht.

Importeure müssen sich vergewissern, dass der Hersteller aus einem Nicht-EU-Land alle Verpflichtungen erfüllt hat, wie z. B. den Abschluss des Verfahrens zur Konformitätsbewertung, die Erstellung der technischen Unterlagen und die Ausarbeitung der Konformitätserklärung.

Da die Importeure nach der Produkthaftungsrichtlinie als Hersteller gelten, haften sie uneingeschränkt für die Produkte, die sie auf dem europäischen Markt in Verkehr bringen.

Sehen wir uns das anhand eines Beispiels an.

Wir hören immer wieder, dass ein Importeur der Meinung ist, ein Produkt würde den Anforderungen entsprechen, weil er von einem nichteuropäischen Hersteller eine Konformitätserklärung erhalten hat.

Der Importeur ist allerdings dafür verantwortlich, die Konformität des Produkts zu überprüfen, indem er die KOMPLETTEN technischen Unterlagen auf Vollständigkeit, Konformität und Authentizität überprüft.

Sollte ein Importeur danach zu dem Schluss kommen, dass ein von ihm in Verkehr gebrachtes Produkt nicht den europäischen Vorschriften und Gesetzen entspricht, ist er verpflichtet, die Konformität dieses Produkts unverzüglich herzustellen bzw. das Produkt zurückzuziehen oder zurückzurufen.

Und was ist mit den Händlern?

Händler sind alle natürlichen oder juristischen Personen in der Lieferkette, wie Einzel- und Großhändler, welche die Produkte auf dem Markt anbieten.

Ein Händler kauft ein Produkt von einem Hersteller, Importeur oder einem anderen Händler. Händler müssen die einschlägigen CE-Kennzeichnungsvorschriften kennen und wissen, welche Produkte über eine CE-Kennzeichnung verfügen sollten und welche Anforderungen in Bezug auf Sprache, Etikettierung, Verpackung und Gebrauchsanweisung gestellt werden.

Es liegt in ihrer Verantwortung, keine Produkte zu vertreiben, von denen „sie als erfahrene Geschäftsleute und anhand der Informationen, die sie besitzen, wissen oder annehmen hätten müssen“, dass diese nicht den geltenden Vorschriften entsprechen.

Beachten Sie bitte auch, dass ein Händler oder Importeur, der ein Produkt modifiziert oder unter seinem eigenen Namen vertreibt, rechtlich als Hersteller gilt und damit die gesamte Verantwortung übernimmt.

Wie erhalte ich die CE-Kennzeichnung?

Sie möchten erfahren, wie Sie die CE-Kennzeichnung erhalten? Nun, es gibt mehrere Wege, eine CE-Kennzeichnung zu erhalten ...

Sie können natürlich den gesamten CE-Prozess auslagern, aber es gibt etwas, das viele Menschen nicht wissen.

Und zwar, dass die CE-Kennzeichnung im Prinzip ein Selbstzertifizierungsprozess ist. Es ist nur bei einigen wenigen Produkten erforderlich, dass sie von einer notifizierten Stelle geprüft und zertifiziert werden.

Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass Sie für die meisten Produkte keine notifizierte Stelle benötigen. In diesem Fall können Sie immer noch Teile des CE-Kennzeichnungsprozesses auslagern und mit einem CE-Spezialisten zusammenarbeiten (nicht zu verwechseln mit einer notifizierten Stelle), nur die Tests in einem Prüflabor durchführen lassen (ebenfalls nicht zu verwechseln mit einer notifizierten Stelle) oder ganz einfach alles selbst machen – natürlich nur, wenn Sie über die richtige Ausstattung verfügen.

Sehen wir uns die Einzelheiten in der Übersicht näher an:

Notifizierte Stelle Nur erforderlich, sofern dies im Rahmen bestimmter Richtlinien und für gewisse Produktgruppen vorgesehen ist
Prüflabor Prüflabors können Ihnen dabei helfen, verschiedene Prüfungen wie Brennbarkeitsprüfungen (für Spielzeug), EMV-Prüfungen oder Niederspannungsprüfungen durchzuführen
CE-Berater Er kann Sie durch den gesamten CE-Prozess führen, Anbieter kontaktieren, feststellen, ob eine Zertifizierung durch einen Dritten (notifizierte Stelle) erforderlich ist, ggf. eine Risikoanalyse durchführen etc.
Agentur für technische Dokumentation Unterstützt sie bei der Erstellung von Benutzer- und Sicherheitshinweisen

Häufig gemachte Fehler

Achten Sie auf diese häufig vorkommenden Fehler ...

Ich höre manchmal, dass jemand ein CE-Zertifikat haben möchte oder sagt, dass er keine CE-Kennzeichnung benötigt, weil er bereits ein CE-Zertifikat von seinem Hersteller erhalten hat.

Das ist falsch!

Das CE-Zertifikat, das Hersteller manchmal vorgeben zu haben, ist „nur“ ein Prüfbericht, wie z. B. ein EMV-Bericht oder ein LDV-Bericht. Dies ist nur eines der im Rahmen des Konformitätsbewertungsprozesses erforderlichen technischen Dokumente (Schritt 4), das in die technische Datei aufgenommen werden sollte (Schritt 5).

Andere wiederum verwechseln die Konformitätserklärung mit einem CE-Zertifikat. Dies ist nicht die richtige Bezeichnung. Beachten Sie auch, dass die Konformitätserklärung stets von der Person unterzeichnet werden muss, die das Produkt auf dem europäischen Markt in Verkehr bringt.

Wie läuft der CE-Kennzeichnungsprozess ab?

Der CE-Kennzeichnungsprozess umfasst die folgenden 6 Schritte:

  1. Identifizierung der geltenden Gesetze und harmonisierten Normen
  2. Überprüfung der produktspezifischen Anforderungen (siehe Schritt 2 des CE-Kennzeichnungsprozesses)
  3. In Schritt drei wird festgestellt, ob eine unabhängige Konformitätsbewertung (durch eine notifizierte Stelle) erforderlich ist (siehe CE-Kennzeichnung Selbstzertifizierung: Wann kann ich selbst zertifizieren?)
  4. Durchführung der Konformitätsbewertung
  5. Erstellung und Bereitstellung der erforderlichen technischen Unterlagen
  6. Anbringung der CE-Kennzeichnung und Erstellung der EU-Konformitätserklärung

Hier finden Sie eine detaillierte Beschreibung des CE-Kennzeichnungsprozesses.

CE-Kennzeichnungsprozesses

CE-Kennzeichnung Selbstzertifizierung: Wann kann ich selbst zertifizieren?

Man kann die Selbstzertifizierung beschreiben als „Durchführung des CE-Kennzeichnungsprozesses, ohne dass die Überprüfung durch eine notifizierte Stelle erfolgen muss“.

Da dies auf mehr als 90 % der Fälle zutrifft, ist die CE-Kennzeichnung somit meist ein Selbstzertifizierungsprozess.

Nur die wenigsten Richtlinien verlangen, dass die Produkte von einer notifizierten Stelle geprüft und zertifiziert werden, um die Einhaltung der entsprechenden grundlegenden Anforderungen zu gewährleisten. Dies bedeutet wiederum, dass Sie für die meisten Produkte keine notifizierte Stelle benötigen und eine Selbstzertifizierung möglich ist.

Und auch wenn eine Richtlinie eine Prüfung erfordert, bedeutet das nicht in jedem Fall, dass dies durch eine notifizierte Stelle erfolgen muss. Theoretisch könnten Sie das in vielen Fällen selbst durchführen, vorausgesetzt Sie verfügen über die richtige Ausrüstung UND über entsprechende Kenntnisse in Bezug auf den Prüfprozess.

Um herauszufinden, ob Sie Ihr Produkt selbst zertifizieren können:

  1. Identifizieren Sie die anwendbaren Richtlinien
  2. Laden Sie die anwendbaren Richtlinien herunter
  3. Drücken Sie strg+f und suchen Sie nach dem Begriff „Konformitätsbewertung“, um herauszufinden, ob die CE-Kennzeichnung vollständig selbst zertifizierbar ist oder ob dies durch eine notifizierte Stelle erfolgen muss.

Beispiel 1: Niederspannungsrichtlinie

Wenn man die Niederspannungsrichtlinie mit (strg+f) nach dem Begriff „Konformitätsbewertung“ durchsucht, findet man die folgende Bestimmung, die besagt, dass das Konformitätsbewertungsverfahren vom Hersteller durchgeführt werden kann. Somit ist die CE-Kennzeichnung in diesem Fall ein Selbstzertifizierungsprozess:

Weil der Hersteller den Entwurfs- und Fertigungsprozess in allen Einzelheiten kennt, ist er am besten für die Durchführung des Konformitätsbewertungsverfahrens geeignet. Die Konformitätsbewertung sollte daher auch weiterhin die ausschließliche Pflicht des Herstellers bleiben. Diese Richtlinie sieht kein Konformitätsbewertungsverfahren vor, das die Mitwirkung einer notifizierten Stelle erfordert.

Beispiel 2: Medizinprodukteverordnung

Wenn man die Medizinprodukteverordnung mit (strg+f) nach dem Begriff „Konformitätsbewertung“ durchsucht, findet man die folgende Bestimmung, die besagt, dass das Konformitätsbewertungsverfahren für Medizinprodukte der Klasse I vom Hersteller durchgeführt werden kann (und die CE-Kennzeichnung daher ein Selbstzertifizierungsprozess ist) und dass für andere Klassen die Mitwirkung einer notifizierten Stelle erforderlich ist:

Das Konformitätsbewertungsverfahren für Produkte der Klasse I sollte generell in der alleinigen Verantwortung der Hersteller erfolgen, da das Verletzungsrisiko bei diesen Produkten gering ist. Bei Produkten der Klassen IIa, IIb und III sollte ein geeignetes Maß an Mitwirkung einer notifizierten Stelle obligatorisch sein.

Richtlinien (und Verordnungen), für welche die Mitwirkung einer notifizierten Stelle erforderlich ist, sind unter anderem die ATEX-Richtlinie, die Medizinprodukteverordnung, die Richtlinie für Druckgeräte, die Richtlinie für einfache Druckbehälter sowie die Richtlinie für Gasverbrauchseinrichtungen.

In manchen Fällen ist eine Selbstzertifizierung nur gestattet, wenn der Hersteller eine harmonisierte Norm verwendet, beispielsweise um die Anforderungen der Maschinenrichtlinie und der Spielzeugrichtlinie zu erfüllen.

 

BENÖTIGEN SIE HILFE BEIM CE-KENNZEICHNUNGSPROZESS?

Wir unterstützen Sie bei Ihrem CE-Kennzeichnungsprozess, um sicherzustellen, dass Ihre Gebrauchsanweisungen und technischen Unterlagen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

KONTAKTIEREN SIE UNS!

Was kostet eine CE-Zertifizierung?

Das ist eine ziemlich schwierige Frage, aber ich werde versuchen, sie so gut wie möglich zu beantworten.

Die Kosten einer CE-Zertifizierung können von unter 100 $ bis über 100.000 $ variieren. Die Gesamtkosten für die CE-Kennzeichnung hängen in erster Linie von der Art des Produkts und dem durchzuführenden Zertifizierungsverfahren ab.

Das oder die anzuwendende(n) Zertifizierungsverfahren basiert/basieren auf dem tatsächlichen Verwendungszweck und den technischen Spezifikationen eines Produkts.

Da in 90 % aller Fälle die Produkte ohne eine notifizierte Stelle zertifiziert werden können, ist in vielen Fällen keine Prüfung durch Dritte erforderlich. Dieser Umstand birgt natürlich massive Kosteneinsparungen.

Da es sich bei vielen Konformitätsbewertungen um Sichtprüfungen handelt, die keine speziellen Prüfeinrichtungen erfordern, können Sie diese größtenteils selbst durchführen.

Wenn Sie Ihre technischen Unterlagen selbst erstellen und alle Prüfungen selbst durchführen können, werden Sie ebenfalls eine Menge Geld sparen.

Wenn Sie die Prüfungen, für die Sie keine notifizierte Stelle benötigen, auslagern, müssen Sie zumindest die anfallenden Prüfkosten bezahlen.

Außerdem sind manche Überprüfungen bereits vom Anbieter oder vom Komponentenhersteller durchgeführt worden. In diesen Fällen können möglicherweise einige Prüfungen übersprungen werden; meist finden sich entsprechende Informationen in der Dokumentation des Lieferanten.

Wenn Sie beispielsweise ein Produkt herstellen, das ein Bluetooth-Modul enthält, welches bereits geprüft und als CE-konform befunden wurde, müssen Sie diese Prüfungen nicht noch einmal durchführen.

Die möglichen Kosten einer CE-Kennzeichnung im Überblick:

  • CE-Berater
    • Allgemeine Hilfestellung/Support
    • Ermittlung von Richtlinien und Normen
    • Konformitätsbewertung
    • Zusammenstellung der technischen Unterlagen
    • Überprüfung der Einhaltung und Vollständigkeit der vom Hersteller erstellten technischen Unterlagen/Prüfberichte
    • Risikoanalyse
  • Prüfung durch ein Prüflabor
  • Notifizierte Stelle zur Konformitätsbewertung
  • Erstellung der Bedienungsanleitung

Ein Prüflabor kann Ihnen Beträge ab 100 $ aufwärts in Rechnung stellen, um zu prüfen, ob ein Produkt der Norm entspricht. Die Zertifizierung einer kompletten Produktionslinie kann so ganz leicht über 100.000 $ kosten.

Die Zeit, die Berater, Prüflabore oder notifizierte Stellen für Ihr Produkt und/oder Ihre technischen Unterlagen aufwenden müssen, bilden den größten Teil der Gesamtkosten für die CE-Kennzeichnung. Denken Sie, dass mehr als ein Tag für die Prüfung, Konformitätsbewertung, Risikoanalyse, Zusammenstellung der technischen Unterlagen etc. erforderlich sein wird? Multiplizieren Sie die geschätzten Arbeitsstunden mit einem für einen Rechtsexperten angemessenen Stundenhonorar und Sie werden zu dem Schluss kommen, dass die Kosten für die CE-Kennzeichnung höchstwahrscheinlich weit über 1500 $ liegen werden.

Um die genauen Kosten für die CE-Kennzeichnung zu ermitteln, müssen Sie zunächst Folgendes klären:

  • Welche CE-Richtlinien oder Verordnungen gelten für Ihr Produkt?
  • Welche (harmonisierten) Normen gelten für Ihr Produkt?
  • Welche(s) Zertifizierungsverfahren kommt/kommen zur Anwendung?

Sobald Sie dies wissen, können Sie Angebote von Prüflabors, Beratern, notifizierten Stellen und Anbietern für Bedienungsanleitungen einholen.

Ist bei Amazon eine CE-Kennzeichnung erforderlich?

E-Commerce-Plattformen im Allgemeinen und insbesondere Amazon nehmen Sie zunehmend in die Verantwortung, wenn es um die Einhaltung der Produktsicherheit geht. Warum?

Wenn Sie beispielsweise Produkte aus Asien importieren und auf Amazon verkaufen, tragen Sie die volle Verantwortung dafür, dass Ihre Produkte alle vorgeschriebenen Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Dazu gehören die Anforderungen an die Verpackung, die Etikettierung, die technischen Unterlagen und die Konformitätserklärung.

Die Person oder das Unternehmen, die/das ein Produkt auf dem europäischen Markt in Verkehr bringt, ist für das Produkt verantwortlich, nicht der Lieferant/Anbieter.

Bestimmte Produkte werden von Amazon als „vorab genehmigungspflichtig“ eingestuft. Zu den Produktgruppen, für die eine Vorabgenehmigung erforderlich ist, gehören unter anderem Küchengeräte, Spielzeug, Beleuchtung, Batterien und Ladegeräte.

Bei diesen Produktgruppen verlangt Amazon von Ihnen, dass Sie die Konformitätserklärung hochladen, bevor das Produkt schließlich verkauft werden kann.

Ein Amazon-eigenes Team aus Produkt-Compliance-Experten überprüft dann manuell, ob Ihre Erklärung den europäischen Anforderungen entspricht.

Achten Sie darauf, dass Sie den vollständigen CE-Kennzeichnungsprozess abgeschlossen haben, bevor Sie die Konformitätserklärung erstellen und unterzeichnen.

Mit Unterzeichnung der Erklärung bestätigen Sie, dass das Produkt alle europäischen Anforderungen erfüllt und Sie übernehmen die volle Haftung für das betreffende Produkt.

Sie sollten daher die folgenden Schritte beachten:

  1. Identifizieren Sie die anwendbaren Richtlinien und Normen
  2. Identifizieren Sie alle anwendbaren Anforderungen
  3. Stellen Sie fest, ob eine Prüfung durch Dritte erforderlich ist
  4. Führen Sie die Konformitätsbewertung durch
  5. Erstellen Sie die technischen Unterlagen
  6. Verfassen und unterzeichnen Sie die Konformitätserklärung

Das CE-Kennzeichen-Logo (kostenloser Download des CE-Kennzeichen-Logos)

Der letzte Schritt des CE-Kennzeichnungsprozesses ist die Anbringung des CE-Zeichens auf dem Produkt.

Die jeweiligen Richtlinien stellen Anforderungen an das CE-Zeichen. Im Allgemeinen sollten Sie darauf achten, dass:

  • die Initialen „CE“ die vordefinierte Standardform aufweisen.
  • die CE-Kennzeichnung eine Höhe von mindestens 5 mm hat.
  • die CE-Kennzeichnung direkt auf dem Produkt oder auf seinem Typenschild angebracht wird. Sollte dies aufgrund der Größe des Produkts nicht möglich sein, kann die Kennzeichnung auf der Verpackung oder in den beiliegenden Dokumenten angebracht werden, beispielsweise in der Bedienungsanleitung.
  • die CE-Kennzeichnung gut sichtbar, leserlich und dauerhaft ist.

Laden Sie das CE-Zeichen hier herunter

Fazit

Sie möchten also Ihre Produkte mit einer CE-Zertifizierung versehen, um sie auf dem europäischen Markt zu verkaufen?

In diesem Artikel habe ich einige der wichtigsten Themen der CE-Kennzeichnung mit Ihnen besprochen.

Sie sollten nun wissen, ob die CE-Kennzeichnung für Ihr Produkt verbindlich vorgeschrieben ist. Sie wissen, wo Sie Ihr Produkt verkaufen können, sobald es konform ist, und Sie kennen Ihre Verantwortung.

Zusammenfassend heißt das, um Ihr Produkt legal auf dem europäischen Markt verkaufen zu können, sollten Sie alle Schritte des CE-Kennzeichnungsprozesses befolgen.

Benötigen Sie noch weitere Hilfe? Klicken Sie auf die Schaltfläche unten, um uns zu kontaktieren.

Quellen:

BENÖTIGEN SIE HILFE BEIM CE-KENNZEICHNUNGSPROZESS?

Wir unterstützen Sie bei Ihrem CE-Kennzeichnungsprozess, um sicherzustellen, dass Ihre Gebrauchsanweisungen und technischen Unterlagen den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

KONTAKTIEREN SIE UNS!